Rotkehlchen

Auf der Jagd nach Vogelbildern braucht man genau zwei Dinge: Ein Teleobjektiv und noch viel wichtiger – eine Portion Geduld. Interesse für Natur wäre ebenfalls von Vorteil. Bei einem Spaziergang habe ich eine Stelle auserkoren, wo sich viele Vögel befanden – da soll es heute hingehen.

An einem grauen Montag bin ich früh aufgewacht, Kaffee getrunken und etwas gegessen, warm angezogen, Fotoausrüstung zusammengestellt und schwang mich aufs Rad. Der Schlosspark Charlottenburg ist nicht fern, aber die Bewegung hilft mir gegen die Kälte und ich werde sogar wach. Es ist neblig.
Als ich im Schlosspark ankomme, reist der Nebel auf, und die Sonne lässt sich blicken. Noch habe ich kein Bild gemacht, aber das ist Belohnung genug. Alles ist im Schlaf, überall liegt Raureif, über dem Wasser hängt Nebel – und alles wird von der Sonne beleuchtet. Großartig.

Bei der ganzen Aktion habe ich natürlich nicht bedacht, dass meine ausgesuchte Stelle erst am Nachmittag genügend Licht bietet. Also setze ich das Elmarit-R auf und versuche manuell bei Blende f/2.8 ohne genau den Schärfepunkt zu sehen, Bilder zu machen. Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas auf dem Weg stehen, drehe mich um und drücke auf den Auslöser. Ungeplanter geht es gar nicht. Das beste Vogelbild des Ausflugs.

Ich kann jedem nur empfehlen, ob mit oder ohne Fotoabsichten: Der Schlosspark um 8 Uhr morgens ist einen Spaziergang wert.

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