Grönland 2015 – Teil 5

Wir verbringen zwei Tage in Ilulissat – von Eisbergen und dem Eisfjord umgeben.

16. August 2015 – Tag 17

Da haben wir schon so eine tolle Kajüte und ich schlafe schlecht. Wir sind erst gegen 1:00 Uhr nachts eingeschlafen. Ich bin natürlich bereits seit 7:00 Uhr auf dem Deck und halte Ausschau nach Eisbergen. Ich sehe keine. Dafür erblicke ich einen Wal – zumindest seine ausgestoßene Luft.

Schwarze Flosse
Schwarze Flosse

Wir frühstücken in der gemütlichen Kantine und bleiben dann fast bis zum Ende unserer Reise an Deck. Es ist schweinekalt und so wärmt sich Nat immer mal wieder in der Kajüte auf.
Und dann kommen sie: Die Eisberge. Zunächst vereinzelt und klein.

Der erste Eisberg
Der erste Eisberg

Dann immer öfters und vor allem groß.

Eisberg
Eisberg
Happy in der Sonne
Happy in der Sonne

Um einen dreht da Schiff eine Extrarunde, damit wir alles ordentlich ablichten können.

Die Luft ist kristallklar, die Sonne scheint. Und wir werden immer kleiner. Überall um uns herum sind Eisberge. Der Wahnsinn.
An Bord befindet sich eine Gruppe Fotografen aus der Schweiz.

Schweizer Fotographen
Schweizer Fotographen

Alle haben mindestens zwei dicke Kameras mit riesigen Objektiven drauf und gemeinsam wechseln sie die Seiten: Steuerbord, Backbord. Und einmal heißt es, am Heck sei eine Flosse gesichtet worden, und alle rennen hin. Es ist sehr witzig.

Eine Wand aus Eisbergen
Eine Wand aus Eisbergen
Natascha vor einem Eisberg
Natascha vor einem Eisberg

Sehr schnell vergeht die Fahrt. Wir sind uns einig, wir wären gerne länger in diesem Luxus gefahren.

Eisberg IV
Eisberg VII
Eisberg VI

der Hafen
der Hafen

In Ilulissat angekommen verabschieden wir uns von den Rentnern und den Französinnen und stiefeln zum Fjord/Gletscher. Ich will dort die Nacht verbringen. Ich baue das Zelt auf, Nat geht schlafen.

Camping

Nach einem warmen Essen machen wir eine Runde entlang des Gletschers. Wir finden einen Geocache. Wo im Fjord normalerweise Wasser wäre, befinden sich eine Eiswüste.

Nat vor dem Ilulissat IcefjordIlulissat Icefjord

Eismassen so weit das Auge reicht. Alles knackt und alle paar Minuten bricht ein größeres Stück Eis ab. Dann donnert es laut.

Fjord
Fjord
Eismassen
Eismassen
Nat & Janne
Nat & Janne
auf einer Bank
auf einer Bank

Wir sind ganz schön erschlagen und kehren zum Zelt zurück, wo wir uns Tee machen und eigentlich entspannen wollen. Es wimmelt nur so von Mücken. Im Hintergrund bellen und jaulen die Schlittenhunde.
Nat zieht zum ersten Mal das Mückennetz über den Kopf.

Schutz
Schutz

17. August 2015 – Tag 18

Ich schlafe gut. Zwar werde ich immer wieder wach, aber schlimmer sind die Geräusche, die ich wahrnehme: Regentropfen. Oh nee ..
Nach fast 12 Stunden Schlaf krieche ich raus. Es sieht zugezogen aus, aber es regnet nicht mehr. Da Nat in letzter Zeit bis in die Nacht liest, schläft sie noch. Ich ziehe mich an und mache eine Wanderung entlang des Fjords.

Eismassen
Eismassen

Mittlerweile schaut auch die Sonne in der Ferne raus. Die Eisberge werden beleuchtet – es sieht toll aus. Ein Schneefuchs kreuzt meinen Weg. Ein schönes Tier.
Bei meiner Wanderung finde ich das Zelt der gestrigen Wanderer . 1000 Fotos und ein Akku später nieselt es, gleichzeitig scheint die Sonne. In der Ferne hören wir das Jaulen der Schlittenhunde und irgendwelche Maschinen. Vermutlich ist es die Müllverbrennungsanlage.
Die Geräusche vermiesen mir die Landschaft, aber wenn ich nicht darauf achte, bin ich im Siebten Himmel.
Wir frühstücken Müsli in der Sonne. Nat fühlt sich erkältet. Dagegen muss ein heißer Tee reichen. Wir planen für heute: Einkäufe müssen erledigt werden und wir brauchen ein Zimmer. Morgen früh um 6:00 Uhr geht es mit dem Schiff zur Disko-Insel.
Die Sonne lacht uns an – danach sah es heute morgen nicht aus.

Wir packen zusammen, bewundern nochmals das Eis und laufen in Richtung Stadt. Die Hunde sind dabei alle ruhig. Die meisten haben alle Viere von sich gestreckt und schlafen in der Sonne.

Hund
Hund

Mit dem Stadtplan aus der Touristeninfo ist es ein leichtes, das Hostel zu finden. Das Hostel selbst gleicht einer Bruchbude. Das liegt aber auch an den letzten Nächten in luxeriösen Umgebungen. Selbst das Zelt ist angenehmer (kein Wunder). Es riecht muffig und fraußen ist eine sehr laute Baustelle. Wir wollen gleich aber wieder weiter – also kein Problem. Nach den 14 Tage Ruhe reagiere ich bei jeglichem Lärm empfindlich. Wir buchen ein Zimmer für die heutige Nacht. Gleichzeitig buchen wir Schläfplätze für die Rückfahrt – somit können wir hier in einer Woche übernachten.

Hostel
Hostel

Wir ziehen ohne Gepäck nochmals los.

Parkplatz
Parkplatz

Im Gegensatz zu Sisimiut sind die Leute hier nicht so freundlich. Dort wurden wir gegrüsst.
Wir sitzen im Cafe/Restaurant “Innuit”. An vielen Tischen sitzen Amerikaner. Während wir aufs Essen warten, schreiben wir Postkarten. Gestärkt gehen wir einkaufen. Wir versuchen es zur Abwechslung mit Reis und Tütensuppen. Schokolade und Süßes findet natürlich auch seinen Weg in den Einkaufswagen.
Wir setzen unsere Cache-Jagd fort. Ganze zwei Stück werden erbeutet! Aber das schönste ist: Durch die Sonne erstrahlen die Eisberge.

Eisparadies
Eisparadies
Kirche
Kirche

Feinstes Wetterchen. Zwischen den Eisbergen schippern kleine Schiffe mit Touristen. Es sieht toll aus.

Zwischen den EIsbergen
Zwischen den EIsbergen

Eine Frau versucht uns auf Grönländisch zu erklären, dass man aus Rauschebären-Sträuchern auch Tee machen kann. Dass sie gut riechen, haben wir auf dem ACT schon festgestellt. Die Beeren selbst haben wir schon mehrfach gegessen. Der Geschmack ist nicht kräftig, leicht säuerlich. Wir laufen nochmals entlang des Fjords, finden die Caches und einige gut platzierte und versteckte Zelte.
Ein Tag reicht aus, um Ilulissat zu erkunden. Der Fjord sieht toll aus. Aber uns zieht es weiter. Noch einen weiteren Tag müssen wir hier nicht bleiben.

Küste
Küste
Abends
Abends

Im Hostel treffen wir zu unser aller Überraschung Melanie und Stefan wieder, die ihren letzten Abend in Grönland feiern. Wir tauschen uns aus über gleiche Wanderer, Orte und sogar die Wetterfronten können wir identifizieren.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.